Allgemeine Pokerregeln
Das Buy-In
Wenn man an einer Partie teilnehmen will, muss man ein komplettes "Buy-In" für diese Partie entrichten können. Beim Limit Poker beträgt diese Einlage das Zehnfache des Höchsteinsatzes der jeweiligen Partie. Es gibt kein Maximal-Buy-In für Limit-Partien. Bei No Limit- oder Pot Limit-Partien beträgt das Mindest-Buy-In das Zehnfache des Big Blind. Das Maximal-Buy-In für sämtliche No Limit- oder Pot Limit-Partien beträgt das Hundertfache des Big Blind. Diese Höchstgrenze kommt nicht zum Tragen, wenn ein Spieler, der eine Partie mit mehr als dem Maximal-Buy-In an Spielgewinnen verlassen hat, innerhalb von 20 Minuten in dieselbe Partie zurückkehrt.
Dealerbutton und Blinds
Bei Spielen mit Blindeinsätzen ("Blinds") wird eine runde Scheibe, der so genannte "Dealerbutton" oder "Button" benutzt, um anzugeben, welcher Spieler gerade die Position des Dealers (Kartengebers) innehat. Der Spieler am Button erhält als letzter aller Spieler am Tisch seine Handkarten und hat das Recht, nach der ersten Einsatzrunde als Letzter zu agieren. Nach dem Ende einer Hand wird der Button im Uhrzeigersinn zum nächsten Spieler bewegt, um durch diese Rotation den Vorteil der letzten Position weiterzureichen. Im Allgemeinen müssen zu Beginn einer Hand ein oder mehrere Blindeinsätze ("Blinds") erbracht werden, um das Spiel in Gang zu bringen und den Anreiz für alle Spieler zur Teilnahme an einer Hand zu erhöhen. Die Blinds müssen in den Pot gezahlt werden, bevor sich die Spieler ihre Karten anschauen. Blinds sind Teil der Einsätze eines Spielers, sofern nicht eine unvorhergesehene Situation dazu führt, dass die Blinds komplett oder teilweise für "dead" (tot) erklärt werden. Diese Dead Blinds sind nicht mehr Teil der Einsätze eines Spielers. Bei Partien mit zwei Blinds erbringt der Spieler direkt links neben dem Button den "Small Blind" und der Spieler zwei Plätze links neben dem Button den "Big Blind". Anschließend eröffnet der Spieler unmittelbar links neben dem Spieler, der den Big Blind erbracht hat, die erste Einsatzrunde. Bei allen nachfolgenden Einsatzrunden beginnt immer der Spieler unmittelbar links neben dem Button
Regeln für Blindeinsätze
- Bei Spielen mit Blindeinsätzen müssen die Spieler einen Small Blind und einen Big Blind entrichten.
- Wenn ein neuer Spieler an den Tisch kommt, kann er entweder aussetzen, bis er mit der Zahlung des Big Blind an der Reihe ist, oder er kann direkt einen Einsatz in Höhe des Big Blind bringen, um sofort an der nächsten Hand teilzunehmen. Entscheidet ein Spieler sich für letztere Option, gilt das eingezahlte Geld als "Live Money".
- Die reihum zu erbringenden Blinds sind ebenfalls "Live Money": Jeder Spieler, der einen Blind entrichtet, hat die Möglichkeit, bei seiner ersten Aktion den Pot zu erhöhen.
- Setzt ein Spieler während einer Partie aus und verpasst dadurch Small und Big Blind, muss er bei seiner Rückkehr beide Blinds erbringen, damit er wieder an einer Hand teilnehmen darf. Ist dieser Spieler in diesem Moment nicht in der Big Blind-Position, wird er aufgefordert, Small und Big Blind zu entrichten, wobei der Big Blind dann als "Live Money" und der Small Blind als "Dead Money" gewertet wird (weshalb letzterer nicht den Einsätzen des Spielers in dieser Einsatzrunde zugerechnet werden kann).
- Wenn sich ein neuer Spieler zum Aussetzen entscheidet und dann seinerseits den ersten Big Blind verpasst, muss er nach dem Button einen Small und einen Big Blind entrichten, um an der Partie teilnehmen zu können. Ersatzweise hat er auch die Möglichkeit zu warten, bis er wieder mit dem Big Blind an der Reihe ist.
- Wenn sich ein neuer Spieler zwischen Small Blind und Big Blind an den Tisch setzt, kann er die nun folgende Hand nicht mitspielen.
- Setzt ein Spieler während einer Partie aus, verpasst aber nur den Small Blind und möchte in die Partie zurückkehren, bevor er mit dem Big Blind an der Reihe ist, muss er einen "Live" Small Blind entrichten, um an der nächsten Hand teilnehmen zu dürfen.
- Geht ein Spieler All-in und verliert, ist er verpflichtet, die Blinds auszugleichen, die er verpasst, während er sich mit einem Re-Buy wieder in die Partie einkauft
Setzen und Erhöhen
- Check (Schieben) und Raise (Erhöhen) ist in allen Spielen zugelassen.
- Bei No Limit oder Pot Limit-Partien ist unbegrenztes Erhöhen zugelassen.
- Bei Limit-Partien sind Einsätze und Erhöhungen auf einen Einsatz und drei Erhöhungen pro Einsatzrunde begrenzt.
- Bei Limit-Partien gilt: Ein All-in-Einsatz von weniger der Hälfte des Mindesteinsatzes in der betreffenden Runde beendet die Möglichkeit weiterer Einsätze für alle nachfolgenden Spieler, die in dieser Runde bereits agiert haben. Sieht ein Spieler sich einem solchen Einsatz von weniger der Hälfte des Mindesteinsatzes in der betreffenden Runde gegenüber, kann er passen oder bis zur Höhe dieser Erhöhung mitgehen. Eine weitere Erhöhung ist nicht erlaubt. Ein All-in-Einsatz von weniger der Hälfte des Mindesteinsatzes in der betreffenden Runde wird als vollständiger Einsatz gewertet. Jeder nachfolgende Spieler kann passen, mitgehen oder eine vollständige Erhöhung vornehmen.
- Bei No Limit oder Pot Limit-Partien gilt: Ein Einsatz von weniger der Hälfte des Einsatzes oder der letzten Erhöhung in der betreffenden Runde beendet die Möglichkeit weiterer Einsätze für alle nachfolgenden Spieler, die in dieser Runde bereits agiert haben.
- Jeder Einsatz muss zumindest die Größe des vorherigen Einsatzes oder der letzten Erhöhung in der betreffenden Runde haben - es sei denn, ein Spieler geht All-in.
- Der kleinste Chip, der eingesetzt werden kann, muss mindestens so groß sein wie der kleinste Chip, der zu Beginn der Hand für Antes, Blinds oder den Hausanteil (Rake) entrichtet wurde
Bestimmung des Gewinnerblatts
- Sämtliche Blätter, die in der letzten Einsatzrunde mitgegangen sind, nehmen am "Showdown" (dem Aufdecken der Karten) teil. Die Blätter werden in folgender Reihenfolge aufgedeckt: Als erster kommt der Spieler, der als Letzter in der letzten Einsatzrunde agiert hat. Dann folgen die Blätter der anderen Spieler im Uhrzeigersinn - jedoch nur, wenn das betreffende Blatt die zuvor aufgedeckten Blätter schlagen kann. Sollte das Blatt eines nachfolgenden Spielers schwächer sein als die zuvor aufgedeckten Blätter, dann wird dieses Blatt verdeckt auf den Stapel der abgelegten Karten geworfen (womit es für Beobachter nicht einsehbar bleibt) und nur für die Spieler am Tisch sichtbar gemacht, und zwar in der "Hand History".
- Wenn alle Spieler in der letzten Einsatzrunde checken, beginnt der Spieler, der als erster in dieser Einsatzrunde agiert hat, mit dem Aufdecken. Bei Spielen mit einem Button ist dies der Spieler möglichst weit links neben dem Button, bei Stud-Partien beginnt der Spieler mit dem höchsten offenen Blatt.
- Ein Spieler hat die Möglichkeit, sein Gewinnerblatt auch dann zu zeigen, wenn es nicht zu einem Showdown gekommen ist, sondern er den Pot schon vorher gewonnen hat
Gleichstand
- Kartenfarben sind bei Gleichstand niemals für den Gewinn eines Pots ausschlaggebend.
- Bei einem Split Pot überzählige Chips werden in die kleinste Chipeinheit unterteilt, die am betreffenden Tisch benutzt wird.
- Kein Spieler darf mehr als einen überzähligen Chip erhalten.
- Kommt es in einer "High"-Partie mit Blinds zu einem Gleichstand, werden sämtliche überzähligen Chips vom Button aus im Uhrzeigersinn verteilt.
- Kommt es in einer "High"-Stud-Partie zu einem Gleichstand, werden sämtliche überzähligen Chips an diejenigen Spieler mit den höchsten Kickern verteilt, wobei die Kartenfarbe bei der Bewertung des höchsten Kickers hinzugezogen wird.
- Kommt es bei einer "High-Low"-Split-Partie zu einem Split zwischen höchstem und niedrigstem Blatt, erhält das höchste Blatt den überzähligen Chip. Kommt es bei einer "High-Low"-Split-Partie zu einem Split zwischen zwei hohen bzw. zwei niedrigen Blättern, wird der überzählige Chip nach denselben Regeln vergeben, die auch für die "High"-Form der jeweiligen Pokervariante gelten.
- Sämtliche Side Pots und Main Pots werden separat geteilt, niemals zusammengenommen und dann geteilt
*Viele der hier erwähnten Regeln wurden aus
Robert's Rules of Poker von Bob Ciaffone übernommen